Schritt 1: Schärfen Sie die richtige Denkweise — Marketing ist ein Zahlenproblem
Wir beginnen mit einer einfachen, aber konsequenten Regel: Geld geht raus für Marketing, Geld kommt zurück aufs Konto. Alles andere ist Noise. Wenn Sie ein kleines oder mittelständisches Unternehmen führen, ist der wichtigste Maßstab für jede Marketingentscheidung der Return on Investment. Markenbekanntheit und hübsche Reports sind angenehm, aber sie zahlen keine Rechnungen.
Diese Sichtweise verändert jede Interaktion mit Agenturen, jedem Angebot und jeder internen Kampagne. Statt „Wer macht unsere Social Posts?“ fragen wir: „Welche Ergebnisse bringt diese Investition in den nächsten 30, 60, 90 Tagen und wie messen wir das?“ Wenn die Antwort kein klarer Pfad zu Umsatz ist, dann ist das Angebot fragwürdig.
Schritt 2: Erstellen Sie ein CRM als einzige verlässliche Datenquelle
Ein CRM ist kein schmückendes Tool. Es ist die Grundlage für ehrliche Entscheidungen. Ohne saubere Leads-, Opportunity- und Umsatzdaten bleiben Kampagnen Vermutungen. Sobald wir alle Kontakte, Touchpoints und Abschlüsse im CRM zusammenschließen, wird offensichtlich, welche Kanäle profitabel sind und welche nur Volumen ohne Wert liefern.
- Sammeln: Jede Leadquelle muss mit einem eindeutigen Tag oder einer Quelle im CRM markiert werden.
- Verfolgen: Verknüpfen Sie Leads mit Opportunities und Verkäufen, damit Sie sehen, wie viel Umsatz jeder Kanal tatsächlich generiert.
- Visualisieren: Erstellen Sie Dashboards mit Kosten pro Akquise, Lifetime Value und Marketing-ROI pro Kampagne.
Nur so verwandeln Sie Marketing von einer Gefühlsfrage in ein Zahlenexperiment.
Schritt 3: Priorisieren Sie Ergebnisse über Dienstleistungen
Die meisten Unternehmen kaufen „Dienstleistungen“ — Social-Management, Content-Produktion, Anzeigen-Setup. Wir schlagen vor, statt Dienstleistungsbeschreibungen Ergebnisse in Verträgen festzuhalten. Ein Dienstleister sollte nicht an der Anzahl der Posts gemessen werden, sondern an den Leads, Terminen oder Abschlüssen, die diese Aktivitäten erzeugen.
Formulieren Sie Ziele wie:
- Monatlich X qualifizierte Leads, die in unser CRM gelangen.
- Innerhalb von 24 Stunden sollen Y Prozent der Social-Leads kontaktiert werden.
- Kosten pro Neukunde sollen unter Z Euro bleiben.
Wenn eine Agentur nicht garantieren kann, wie ihre Arbeit zu diesen Ergebnissen beiträgt, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um hübsches Reporting ohne Profit.
Schritt 4: Verstehen Sie, warum Sie nicht Coca-Cola sind
Große Marken können reines Branding betreiben, weil ihr Name bereits ein Eigenwert ist. Wir sind das nicht. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen gilt: Kunden interessieren sich nicht für Ihr Logo, sondern für Ihr Angebot. Entscheidend ist eine klare, unwiderstehliche Wertbotschaft und ein Angebot, das zum Handeln animiert.
„Wenn Sie klein oder mittelgroß sind, zählt einzig: Geld geht raus für Marketing, Geld kommt zurück aufs Konto.“
Deshalb sollten Sie Ihr Budget nicht in Maßnahmen investieren, deren Zweck unklar bleibt. Jede Marketinginvestition muss direkt oder indirekt zu messbarem Umsatz führen.
Schritt 5: Technik und Geschwindigkeit sind oft entscheidender als kreative Arbeiten
Das gleiche Werbebudget kann völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern, abhängig von den Systemen, die Sie einsetzen, und der Reaktionsgeschwindigkeit auf Leads. Social-Leads sind flüchtig. Nutzer scrollen, klicken, füllen ein Formular und sind wenige Minuten später schon wieder weg. Warten Sie Stunden oder Tage, sinkt die Wahrscheinlichkeit der Conversion drastisch.
Wir haben bei Kunden beobachtet, dass identische Anzeigen mit anderem Follow-up-Setup komplett unterschiedliche Leistungen erzielen. In einem Fall führte eine AI-gesteuerte Flow-Lösung, die sofort per SMS, Anruf oder Direktnachricht reagierte, zu deutlich mehr gebuchten Terminen — bei gleichem Werbebudget.
- Standard-Follow-up: Lead geht ins CRM, Mitarbeiter bearbeiten nach Verfügbarkeit.
- Optimiertes Follow-up: Automatische, sofortige Reaktion per Telefon, SMS oder Chat; qualifizierende Fragen; direkte Terminbuchung.
Der Unterschied ist nicht subtil. Es ist die Differenz zwischen „fühlt sich gut“ und echtem Umsatz.
Schritt 6: Inhouse versus Agentur — warum Kontrolle zählt
Wir empfehlen, so viel Marketing wie möglich intern zu halten, sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist. Interne Teams geben Kontrolle und die Möglichkeit, schnell zu lernen. Agenturen können wertvoll sein, aber zu oft profitieren sie mehr von Experimenten auf unseren Kosten als wir selbst.
Häufige Kostenfallen bei Agenturen:
- Setup-Gebühren für Systeme, die nur dem Anbieter nutzen.
- Lange Testphasen ohne klares Ziel, bis der Kunde erkennt, dass Resultate fehlen.
- Berichte mit schönen Metriken, die aber keinen Einfluss auf den Gewinn haben.
Wenn Sie mit Agenturen arbeiten, sollten Sie klare KPIs, kurze Testzeiträume und Exit-Klauseln vereinbaren. Legen Sie fest, welche Ergebnisse zum Erfolg führen und wie die Daten in Ihr CRM fließen.
Schritt 7: Standardisierte Schritte zum Aufbau eines ROI-getriebenen Marketings
Wir empfehlen einen klaren Prozess, den Sie und Ihre Partner verfolgen:
- Definieren Sie Zielmetriken: Kosten pro Lead, Kosten pro Kunde, Conversion-Rate, durchschnittlicher Umsatz pro Kunde.
- Instrumentieren Sie das CRM: Quellen-Tracking, Deal-Stage-Tracking, Conversion-Tracking.
- Setzen Sie automatische, sofortige Reaktionsmechanismen für Social-Leads und Form-Leads auf.
- Starten Sie kurze, messbare Tests mit klaren Budgets und Zeitrahmen.
- Analysieren Sie Daten regelmäßig und passen Sie Budgetzuweisungen an.
- Skalieren Sie nur Maßnahmen, die profitabel sind.
Dieses standardisierte Vorgehen sorgt dafür, dass Ihre Entscheidungen datengetrieben sind und echte Geschäftsergebnisse liefern.
Schritt 8: Was Sie vor Vertragsunterzeichnung mit einer Agentur prüfen sollten
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, verlangen Sie klare Antworten auf folgende Punkte:
- Wie definiert die Agentur Erfolg? Welche Kennzahlen werden als KPI genutzt?
- Wie werden Leads getrackt und mit unserem CRM verknüpft?
- Welche Technologie nutzt die Agentur für sofortiges Follow-up?
- Welche Testdauer und welches Budget schlagen sie vor, und welche Exit-Option gibt es?
- Welche Vergütungsmodelle bieten sie an und wie sind sie an Ergebnissen ausgerichtet?
Wenn Antworten vage sind, ist Vorsicht geboten. Bestehen Sie auf Transparenz und auf Datenzugang zu allen Kampagnen.
Schritt 9: Umgang mit gängigen Agentur-Preismodellen
In den folgenden Teilen der Reihe werden wir 10 Preismodelle detailliert erklären. Hier geben wir Ihnen eine Checkliste, wie Sie jedes Modell beurteilen:
- Stundensatz: Geeignet für klar definierte, kurzfristige Aufgaben. Nicht ideal für Performance-Fokus.
- Retainer: Gut für laufende Services, wenn KPIs und Reporting klar definiert sind.
- Performance-basiert: Optimal, wenn die Agentur echtes Risiko trägt. Achten Sie auf die Definition von „Performance“.
- Projektpreis: Nützlich für einmalige Setups, aber prüfen Sie, ob Resultate einbezogen sind.
- Hybridmodelle: Kombination aus Retainer und Bonus für Zielerreichung kann fair sein.
Wichtig ist: bewerten Sie jedes Modell nicht nach Fachjargon, sondern nach dem, wie es Ihre Cash-Flow-Ziele unterstützt.
Schritt 10: Umsetzung — konkrete To‑Dos für die nächsten 30 Tage
Damit Sie das Gelernte sofort anwenden können, geben wir eine 30-Tage-Umsetzungsplanung:
- Tag 1–7: Audit Ihrer aktuellen Kampagnenquellen. Erfassen Sie alle Leadquellen und deren Kosten.
- Tag 8–14: Verbinden Sie jede Quelle mit Ihrem CRM. Legen Sie klare UTM-Parameter oder Quellenfelder an.
- Tag 15–21: Implementieren Sie eine sofortige Antwortlogik für Social-Leads (SMS, Anruf, Chatbot, AI-Flow).
- Tag 22–30: Starten Sie ein kurzes Testbudget mit klaren KPIs. Messen Sie Cost-per-Lead und Cost-per-Customer.
Am Ende der 30 Tage sollten Sie wissen, welche Kanäle echtes Potenzial haben und welche nur Volumen bringen.
Häufige Fehler und wie wir sie vermeiden
Die häufigsten Fehler sind:
- Vertrauen auf Vanity-Metriken wie Reichweite ohne Umsatzbezug.
- Keine oder falsche Verknüpfung von Leads mit Umsätzen im CRM.
- Zu lange Testphasen ohne klare Abbruchkriterien.
- Agenturen, die Setup-Kosten auf den Kunden verlagern, ohne nachhaltigen Mehrwert zu liefern.
Wir vermeiden diese Fehler, indem wir klare KPIs, Transparenz und eine saubere technische Infrastruktur einfordern.
Zusammenfassung und Kernprinzipien
Die Kernprinzipien lassen sich kurz zusammenfassen:
- ROI ist das einzig relevante Kriterium.
- CRM ist die Quelle der Wahrheit.
- Technologie und Geschwindigkeit wandeln Budget in Ergebnisse.
- Inhouse-Kontrolle spart Kosten, Agenturen sollten an Ergebnissen gemessen werden.
Wenn Sie diese Prinzipien leben, werden Sie Ihr Marketingbudget deutlich effizienter einsetzen und weniger Geld für schöne, aber nutzlose Maßnahmen verschwenden.
FAQ
Wie definiere ich Marketing-ROI praktisch?
Marketing-ROI definieren wir als Verhältnis zwischen dem ausgegebenen Marketingbudget und dem daraus resultierenden Gewinn, der tatsächlich auf dem Bankkonto landet. Konkrete Formel: (Umsatz aus Kampagne minus Marketingkosten) geteilt durch Marketingkosten. Entscheidend ist, dass Umsatz und Kosten sauber im CRM und in der Buchhaltung nachverfolgbar sind.
Welche Daten muss mein CRM unbedingt erfassen?
Mindestens: Lead-Quelle, erstes Kontakt-Datum, Aktionen/Touchpoints, Deal-Stage, Abschlussdatum, Umsatzhöhe. Zusätzlich sind UTM-Parameter, Kampagnen-IDs und Kontaktgeschwindigkeit (Zeit bis Erstkontakt) sehr hilfreich.
Wie schnell muss auf Social-Leads reagiert werden?
Idealerweise binnen Minuten. Social-Leads sind sehr zeitkritisch. Je schneller die Reaktion, desto höher die Conversion- und Terminbuchungsrate. Automatisierte Flows oder AI-gesteuerte Antworten können hier einen großen Unterschied machen.
Wann lohnt sich eine Agentur statt Inhouse?
Eine Agentur lohnt sich, wenn sie spezifisches Know-how bietet, das sie schnell in messbare Resultate umsetzen kann, und wenn die Kosten der Agentur niedriger sind als der erwartete Zusatzumsatz. Verlangen Sie immer Performance-KPIs und Testzeiträume, bevor Sie langfristige Bindungen eingehen.
Was ist die beste Methode, um Agentur-Preismodelle zu bewerten?
Bewerten Sie Modelle nach ihrem Risiko- und Ergebnisprofil: Wer trägt das Risiko? Wie klar sind die Definitionen für Erfolg? Gibt es Transparenz bei Daten und Zugriff? Modelle, die an echten Geschäftsergebnissen gemessen werden, sind oft fairer und wirkungsvoller.
Wie viel Budget sollte ich für Testphasen einplanen?
Das hängt von Branche und durchschnittlichem Deal-Wert ab. Als Richtwert: Planen Sie genug Budget für mindestens 3 bis 6 Wochen, um signifikante Daten zu sammeln. Wichtig ist, klare KPIs und Abbruchkriterien zu definieren, bevor Sie testen.
